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Am Samstag, dem 29.11.2014 findet im Ratsgymnasium Bielefeld wieder der traditionelle Weihnachtsbasar von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr statt. Es gibt ein abwechslungsreiches Angebot für große und kleine Gäste: Adventskränze, Stoffherzen, Weihnachtsengel, gehäkelte Mützen oder Weihnachtskarten und vieles mehr. Weiterhin gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Begegnung, so z.B. in Cafés, Bistros und Crêperien oder am Bratwurststand. Andere weihnachtliche Leckereien und Getränke runden das Verpflegungsangebot ab. Auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz: Neben einem weihnachtlichen Fotostudio und verschiedenen musikalischen Darbietungen gibt es unter anderem eine Tombola und ein Weihnachtsglücksrad. Der Erlös soll auch in diesem Jahr der Partnerschule, der Bethléem-Ecole im westafrikanischen Benin zugute kommen. Alle Klassen des Ratsgymnasiums arbeiten zur Zeit auf Hochtouren für die Vorbereitung des Basars und freuen sich auf einen schönen Adventsnachmittag, zu dem die Schule herzlich einlädt.

Als am Freitag, den 24.10.2014, um 15 Uhr alle Griechischkurse von der 9. Klasse bis zur Q2 in den Bus nach Köln einstiegen, hatten viele noch keine genaue Vorstellung von dem, was sie im Hörsaal der Kölner Universität erwarten sollte.
Denn dort sollte ein 2400 Jahre altes Theaterstück aufgeführt werden - „Die Frösche“ von dem griechischen Komödienautor Aristophanes. Und das natürlich in seiner Ursprache auf Griechisch. Digital lief auf einer Leinwand eine moderne deutsche Übersetzung mit, so dass man die Handlung flüssig verfolgen konnte. Aristophanes, der unter seinen Zeitgenossen durch seinen Wortwitz hohes Ansehen genoss, lebte in Athen, wo er circa 450 v.Chr. geboren wurde und 62 Jahre später starb. Er war Spezialist für die Komödie, eine Erfindung der Polis Athen. Die Komödie stellte aktuelle,  vor allem politische Themen dar und scheute sich nicht, die führenden Politiker namentlich vorzuführen, ähnlich dem heutigen Kabarett. Doch anders als das heutige Kabarett hatte das athenische Theater eine unvergleichlich größere Breitenwirkung, da Unterhaltungsmöglichkeiten selten waren. Wie stark das Theater in der Gemeinde verwurzelt war, zeigt die Tatsache, dass alle Chöre (Bestandteil eines jeden Theaterstücks) aus athenischen Bürgern bestanden, nur die Protagonisten waren Profis. Es war in Athen üblich, dass jedes Stück nur ein einziges Mal in den Theatern aufgeführt wurde.

„Die Frösche", in antikem attischem Griechisch ‘Oι Βατραχοι, handelt von dem Theater- und Weingott Dionysos, der nach dem Tod des Euripides zu der Erkenntnis kommt, dass es keinen guten Tragödiendichter mehr gibt. Also begibt er sich mit seinem klugen Diener Xanthias, ein gewitzter und athletischer Kerl, gespielt vom David Djaja, in die Unterwelt, um den Verstorbenen wieder zurückzuholen.
Nach einigen Turbulenzen, unter anderem der Überfahrt über einen See, in dem Dionysos, welcher überzeugend von Robert Tegethoff verkörpert wurde, den Fröschen begegnet, welche ihn mit einem „Brekekekex Quax Quax!“ anquaken, kommt der gemütliche und unsportliche Gott, verkleidet als Herakles, in der Unterwelt an. Sein authentisches Agieren auf der Bühne zeigte, wie gut er sich in die Rolle hineinversetzen konnte. Nun muss er aber als Schiedsrichter zwischen den Dichtern Aischylos und Euripides, die überragend von Johannes Schoroth und Sebastian Reuter dargestellt werden, agieren, um den Besseren wieder mit zurück ins Leben zu nehmen. Die Darsteller der beiden Dichter waren passend zu ihren Rollen ausgewählt. Ein lebhafter temperamentvoll argumentierender und gestikulierender Euripides stand einem sich bestimmt äußernden, introvertierten, das Militärische akzentuierenden Aischylos gegenüber.

Für die Chorlieder wurden eigens Melodien komponiert, welche vom Chor der Frösche und dann vom Hauptchor, gesungen wurden. Für die Komposition sowie die komplette Leitung war Volker Schaper verantwortlich. Die Musik sowie der Chor und die Choreographie waren in der Wiederholung ermüdend, die schauspielerische Leistung der Akteure aber ließ den Zuschauer darüber hinwegsehen. Die Begeisterung des Publikums zeigt sich im verdienten Szenen- und Schlussapplaus. Dazu muss man beachten, dass alle Schauspieler ihren Text auf Griechisch auswendig gelernt haben mussten, was nicht grade eine Leichtigkeit darstellt.

Frau Jung-Lösing, Frau Winke, Frau Tschäpe und Herr Dr. Gertz begleiteten die Kurse.
Die Resonanz der Griechischschüler unserer Schule fiel sehr positiv aus, eine Komödie in antikem Griechisch erlebt man immerhin auch nicht alle Tage.


Ein Bericht von Moritz Meier, mit Ideen der Kurskollegen und des -Lehrers

 

Am Samstag, 10. Januar 2015 bietet das Ratsgymnasium Bielefeld seinen zweiten Tag der offenen Tür zur Information von Grundschülern und ihren Eltern an. Hierfür öffnet die Schule von 08.30 Uhr bis 11.30 Uhr ihre Türen und zeigt, wie in ihr gelernt und gearbeitet wird. Es gibt Gelegenheit, in verschiedenen Fächern zu hospitieren und sich das konkrete Unterrichtsgeschehen in den Klassenräumen anzusehen. In mehreren Ausstellungsräumen werden die Gäste über originelle Projekte und Besonderheiten informiert, über Schulpartnerschaften, Langeoog, Gesundheitsförderung, Informatik, Über-Mittag-Betreuung, Studien- und Berufswahlorientierung usw. Bei interessanten Mitmachangeboten und Experimenten gibt es einiges zu erfahren. Lehrer und Betreuer stehen für die Besucher zu Gesprächen bereit.

Ratsgymnasiasten zu Besuch in Abingdon
„Es ist für die Zukunft ganz wichtig, dass wir etwas über die Geschichte unserer englischen Partner erfahren und gegenseitig Verantwortung übernehmen“, erklärt Ruo Fan Wu. Der 15-jährige Schüler des Ratsgymnasiums arbeitet derzeit im Rahmen eines Schüleraustausches mit den beiden Partnerschulen Abingdon School und der School of St Helen and St Katharine an dem gemeinsamen Projekt „Unsere Schulen im Ersten Weltkrieg“. Zusammen mit seinen Mitschülern sowie ihren englischen Partnern der Abingdon School bereiten sie eine gemeinsame Ausstellung sowie eine Lesung deutsch-englischer Kriegslyrik vor.
Bereits zum 47. Mal haben 30 Schüler des Bielefelder Gymnasiums die Reise über den Ärmelkanal angetreten, um zehn Tage lang den Alltag mit ihren Austauschpartnern und deren Familien zu teilen und voneinander zu lernen. Dabei findet die Austauschfahrt diesmal in einem historisch bedeutsamen Jahr statt: Europa gedenkt des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges. Sarah Wearne, die Archivarin der Abingdon School, hat den Anstoß zu diesem gemeinsamen „Remembrance“-Projekt gegeben. Dazu haben die Schüler im Vorfeld gemeinsam mit ihren Lehrern Dr. Marli Schütze, Hanna Heseker und Dr. Johannes Altenberend im Stadtarchiv recherchiert sowie Quellen zur Schulgeschichte ausgewertet und für ihre Ausstellung aufbereitet. „Wir haben herausgefunden, dass unsere Urgroßväter vor 100 Jahren zwar gegeneinander gekämpft haben, dass sie aber auch viel mehr verband, als wir dachten“, berichtet Cornelius Rahe. Zudem sei der viel beschworene deutsche Hurra-Patriotismus eher propagandistisch gesteuert gewesen als von unseren damaligen Schülern tief empfunden worden, ergänzt Frau Schütze. „Aus ihren Abituraufsätzen erfährt man, dass einige die Schrecken des Krieges und seine politischen Folgen sogar erstaunlich klar voraussahen.“
Nach der Präsentation der Ergebnisse, die demnächst auch am Ratsgymnasium ausgestellt werden, findet zum Abschluss ein gemeinsamer Friedensgottesdienst statt, bevor die Neuntklässler ihre neu gewonnenen Freunde wieder verlassen und die Heimreise antreten.

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Ruo Fan Wu und Joseph Michael Nash sprechen für das Projekt im Tonstudio mithilfe des Technikers Nick Lloyd ein Kriegsgedicht ein.

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Die deutsch-englische Arbeitsgruppe mit (v. l.) Dr. Marli Schütze, Sarah Wearne, Dr. Johannes Altenberend und Hanna Heseker vor ihrer Ausstellung.