Psychische Belastungen und Erkrankungen von Schülerinnen und Schülern – auch, aber nicht nur durch die Corona-Situation bedingt – sind wichtige Themen, die auch im Rahmen von Schule in den Blick genommen werden müssen.
Daher standen die Sensibilisierung für den Umgang mit psychischen Erkrankungen und Belastungen sowie die Förderung des Aufbaus von Resilienz bei Schülerinnen und Schülern im Vordergrund einer schulinternen Fortbildung am 29.11.2021.
Unterstützt durch ein Team der Regionalen Schulberatungsstelle der Stadt Bielefeld unter Leitung von Frau Sunar und Herrn Lang konnte das Kollegium des Ratsgymnasiums das STABIEL-Projekt kennenlernen. STABIEL (Stigma-Abwehr-Bielefeld) ist ein Schulprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheitskompetenz und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen, welches ursprünglich aus Kanada stammt und für Bielefelder Schulen angepasst wurde.
Wir bedanken uns für die gelungene Gestaltung des Tages bei der Regionalen Schulberatungsstelle.
Am 18. November ging es für die Klasse 5b in Begleitung von Frau Vogt und Frau Förster hoch hinaus zur Adlerwarte Berlebeck. In der dortigen Zooschule galt es zunächst, im Rahmen eines in Kooperation mit der Biologiedidaktik der Universität Bielefeld entwickelten Programms Geier „Gypsi“ zu helfen: In einer Gruppenarbeit erforschten die Schülerinnen und Schüler die vielfältigen Gefahren, denen Geier ausgesetzt sind, mit Hilfe von verschiedenen Rätseln und Hinweisen von „Gypsi“. Dabei erkundeten sie die gesamte Anlage der Adlerwarte und entdeckten die verschiedenen Geierarten in den Volieren – besonders in Erinnerung geblieben ist hier sicher die Rentner-Voliere, in der unterschiedliche Geierarten ein zu Hause finden, die in freier Wildbahn nicht mehr überleben würden. Nervenkitzel garantierte das Highlight des Tages: eine Flugshow, bei der ein Falkner allerlei Wissenswertes über die gefiederten Bewohner der Warte erzählte. Diese kamen der Klasse dabei so nahe, dass es immer wieder hieß „Achtung! Köpfe einziehen!“, wenn die Tiere nach ihrem Flug wieder zum Landeanflug auf der Hand des Falkners ansetzten. Und auch wenn man sicher nicht jeden Tag einen echten Greifvogel neben sich hat – wir wissen nun: „Hinsehen ist genauso gefährlich wie wegsehen.“ Nachdem die Klasse „Gypsis“ Rätsel erfolgreich gelöst hatte, ging es nach einem kurzen Abstecher auf den Spielplatz neben der Adlerwarte mit vielen spannenden Eindrücken im Gepäck zurück nach Bielefeld.
SV des Ratsgymnasiums übergibt Kartons mit Textilspenden an das Deutsche Rote Kreuz
Eine ganze Ladefläche voll Kartons und Taschen luden die Schülerinnen und Schüler der Schülervertretung des Rats sowie SV-Lehrerin Lisa Ellerbrock und SV-Lehrer Christian Jansen in den vorgefahrenen LKW des Deutschen Roten Kreuz. „Es ist eine bunte Mischung von Kleidung Schuhen, Taschen und Tüchern zusammengekommen. Insgesamt haben wir 36 Kartons gesammelt, gesichtet und sortiert“, berichtet Schülerin Zoë Klee und blickt stolz auf die Menge an verpackter Kleidung.
„Eine tolle Aktion!“, lobt auch Jörg Husemann, der beim DRK die Altkleidersammlung koordiniert. Wir können die Sachen wirklich gut gebrauchen. Die meisten Sachen werden wir in unseren DRK-Läden für Bedürftige verkaufen, weitere Stücke gehen an das Projekt interkultureller Arbeit (PIA), das Familien mit Migrationshintergrund unterstützt. Alles, was wir nicht weitergeben können, wird geschreddert und dann als Tonnenware, z.B. für Kissenfüllungen und ähnliches weiterverkauft, sodass die Erlöse der Finanzierung von gemeinnützigen Projekten zugutekommen können, erklärt Husemann weiter.
Soziales Engagement steht an der Schule schon lange auf dem Plan. Seit vielen Jahren besteht beispielsweise zwischen dem Ratsgymnasium Bielefeld und der Bethléem Ecole im westafrikanischen Benin eine Schulpartnerschaft. Außerdem versieht die SV regelmäßig zur Weihnachtszeit die Bahnhofsmission mit Spenden. Bereits im vergangenen Jahr entstand in der Schülervertretung die Idee, sich verstärkt für weitere soziale Projekte in Bielefeld zu engagieren. Geplant wurde die Kleidersammlung zugunsten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dann vornehmlich von Schülerin Zoë Klee, die dabei Unterstützung von Lehrerin Lisa Ellerbrock und weiteren SV-Mitgliedern bekam Die Aktion wurde zunächst coronabedingt verschoben und jetzt nachgeholt. Gesammelt wurde in den Klassenräumen in der Zeit vom 2 bis 5. November. Als Dank und Anerkennung gab es Blumen und ein Stoff-Maskottchen für die fleißigen Schülerinnen und Schüler.
Erfolgreiche Sammlung: Schülersprecher Clemens Balz(v.l.nr.), SV-Schüler Laura Obermeier und Georg Kaßmann , Zoë Klee sowie SV-Lehrerin Lisa Ellerbrock, Schulleiter Hans-Joachim Nolting und SV-Lehrer Christian Jansen (rechts) übergaben ihre Kisten mit Kartons an Jörg Husemann (2.v.r.) vom DRK Bielefeld.
Automatisch generierte BeschreibungIm Zusammenhang mit dem Projekt „Archäologen zu Gast“ besuchte am 07. Oktober 2021 die Archäologin Maren Lage den Geschichtsunterricht der EF von Herrn Warlich (natürlich digital über Teams) und erzählte aus archäologischer Sicht über die Germanen. Im Unterricht wurde das Thema Römer und Germanen durchgenommen und Herr Warlich hatte angeboten, dass nach der Klausur eine Archäologin zu Besuch kommen könnte, die die Germanen noch einmal aus archäologischer Sicht erklären könne, da es fast nur römische Quellen über die Germanen gibt. Dieser Besuch sollte als Abschluss des Themas Römer und Germanen gelten und nochmal interessante Aspekte zeigen, die im Unterricht aus zeitlichen Gründen nicht durchgeführt werden können.
Zu Beginn ihres Besuches stellte Maren Lage sich vor und fragte den Kurs nach den vorhandenen Vorkenntnissen zu den Germanen. Nach einer kurzen Einführung mit ganz allgemeinen Informationen über die Germanen, ging die Archäologin auf verschiedene Punkte konkret ein. Zwischen den einzelnen Thematiken ermöglichte Frau Lage es dem Kurs immer wieder Fragen zu stellen.
Sie beschrieb das Leben der Germanen, wie sie wohnten, sich pflegten und führte immer wieder verschiedene Beispiele an. Sie zeigte anhand von Bildern, in welchen Siedlungen und Gruppen die Germanen lebten. Außerdem lernte der Kurs mehr über die Traditionen der Germanen und wie sie verehrt und begraben wurden. Besonders interessant war Frau Lages Schilderung eines relativ neuen Fundes in Niedersachsen. Hier konnte durch die Fundstücke ein römischer Vorstoß aus dem 3. Jahrhundert nachgewiesen werden. Die Richtung der gefundenen Pfeilspitzen erlaubte es dabei sogar, eine Rekonstruktion einer längst vergangenen Schlacht herzustellen. So konnte durch archäologische Forschung die Geschichte von Römern und Germanen neu erzählt werden. Leider hatten wir am Ende nicht mehr viel Zeit, weshalb die Archäologin nur kurz auf die Beziehung zwischen den Germanen und Römern eingehen konnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Besuch ein Highlight des Geschichtsunterrichts war. Die Archäologin Maren Lage schaffte es, ihre Themen spannend und interessant zu übermitteln, indem sie die Schüler*innen in ihre Präsentation durch Fragen und Vermutungen integrierte. So konnten auch gängige Klischees (Germanen hatten eben nicht alle rote Haare oder Helme mit Federn auf dem Kopf) ausgeräumt werden. Auch wegen des Besuchs von Maren Lage wird das Thema Römer und Germanen uns Schülerinnen und Schülern lange im Gedächtnis bleiben.
Schon seit Monaten hatten die beiden MINT-Kurse des 9. Jahrgangs alles für ihren Wetterballonflug in die Stratosphäre vorbereitet.
Hier der Bericht, wie wir es geschafft haben, eine Kamera und einen Schokokuss in 40 000 m Höhe zu bringen.
Video von der Onboard Kamera, den GPS-Daten und Bildern unseres Presseteams
Unser Lehrer Herr Bormann, der bereits am Anfang des Jahres durch einen Online-Workshop auf die Idee des Ballonfluges gekommen war, erzählte uns von dieser Idee und wir Schüler waren sofort Feuer und Flamme und legten direkt los. Zusammen mit dem Parallelkurs von Herrn Irmer begannen wir mit dem Projekt Stratosphärenflug.
Natürlich konnte dies aufgrund des coronabedingten Distanzunterrichts zuerst nur in theoretischer Form durch Arbeitsblätter und Videos stattfinden.
Doch trotz dieser ungewöhnlichen Form des Unterrichts machten wir uns recht schnell mit dem Wetterballon und seinen Daten vertraut und es konnten schon erste Berechnungen, die zum Beispiel mit der Füllmenge, der Flughöhe und der Platzhöhe des Ballons zusammenhängen, vorgenommen werden.
Nach einiger Zeit, wieder im Präsenzunterricht am Ratsgymnasium, ging es nach den Sommerferien mit dem praktischen Teil los.
Jeweils fünf Teams arbeiteten fleißig auf einen erfolgreichen Stratosphärenflug hin.
Das Startvorbereitungs Team
Mission Control Team
Das Startvorbereitungs Team baute die Sonde mit allem nötigen Equipment zusammen. Dazu gehörten unter anderem eine Kamera, ein GPS-Tracker sowie ein Datenlogger, der Temperatur, Luftdruck, Geschwindigkeit, Flughöhe, Luftfeuchtigkeit und Flugzeit misst.
Das Mission-Control-Team prüfte das Equipment auf seine Funktionsfähigkeit und kontrollierte regelmäßig die Wetterdaten.
Das Bergungsteam
Das Auswertungsteam
Das Bergungsteam fertigte mithilfe eines Online-Rechners und den ihnen vorliegenden Daten erste mögliche Flugrouten an, um zu sehen, wo der Wetterballon landen könnte, um ihn dort dann anschließend zu bergen.
Das Auswertungsteam hat nach unserem Flug die Daten, welche der Datenlogger gesammelt hat, ausgewertet und verschiedene Grafiken erstellt.
Das alles wurde von dem Presseteam dokumentiert. Dieses hat Interviews mit den verschiedenen Teams geführt und Flyer mit den Informationen über den Start des Wetterballons im Ratsgymnasium ausgehängt. Außerdem haben die während der Vorbereitung erstellten Fotos und Interwies zu diesem Artikel geführt.
Das Presse Team
Und dann ging es auch schon los!
An einem sonnigen Dienstagmorgen, dem 07.09.2021 trafen sich alle Beteiligten des Stratosphärenfluges draußen auf dem Schulhof des Ratsgymnasiums.
Sogar das Radio und das Fernsehen waren vor Ort sowie ein Mitarbeiter der Firma Stratoflights, welche den MINT-Kurs bei dem Start des Wetterballons unterstützt hat.
In einem abgeklebten Bereich auf dem Boden lagen bereits der riesige Ballon, der an einem Seil befestigte Fallschirm und die Ballongasflasche bereit. An der Sonde wurden noch die letzten Vorkehrungen getroffen:
Das Equipment wurde mit Zahnstochern gesichert, die Geräte eingeschaltet und die Verbindung überprüft. Schließlich wurde der Ballon mit Gas gefüllt, die Sonde angebracht und wir waren bereit für den Start. Auch die Schokoküsse, die das Abfallen des Atmosphärendrucks bei zunehmender Höhe anzeigen, indem sie immer größer werden, waren im Sichtfeld der Kamera befestigt.
Pünktlich um 9:30 Uhr startete dann endlich der große, weiße Ballon in den blauen Himmel unter dem Gejubel aller Zuschauer. Die Startfreigabe war zuvor vom Flughafen Bielefeld telefonisch erteilt worden. Unser „Luftfahrzeug“ musste für den Flug bei der Flugsicherung angemeldet werden und eine Versicherung besitzen. Darum hatten wir uns natürlich im Vorfeld gekümmert.
Die ersten 10 m sind geschafft!
Entgegen der Berechnungen ist unsere Ballon deutlich höher als die erwarteten 37 000 m und auch länger und weiter geflogen. Dies hängt damit zusammen, dass anscheinend eine geringere Menge Ballongas eingefüllt wurde, als wir berechnet hatten und so der Aufstieg bis zum Platzen des Ballons länger gedauert hat.
Nach fast 3 Stunden und einer maximale Flughöhe von 40.736 m landete der Ballon in einem Wald in Warstein in einem Baum in ca. 5 m Höhe. Nur durch die Kletterkünste von Nils Sauer, der in den Baum kletterte, konnte die Sonde mit einer Teleskopstange geborgen werden.
Der Wetterballonflug in die Stratosphäre am Ratsgymnasium Bielefeld war für die beiden MINT-Kurse und alle Beteiligten ein voller Erfolg!
Schon am Abend unserer Mission sendete die WDR Lokalzeit einen kurzen Bericht mit Aufnahmen aus unserer Sonde im Fernsehen. Eine Kamerafrau des WDR hatte das Bergungsteam den ganzen Nachmittag begleitet. Auch der Held des Tages, Nils Sauer, wurde abends per Telefon im WDR 5 Radio Kiraka interviewt und berichtete von der erfolgreichen Bergung.
Bei der Auswertung der Flugdaten konnte man neben der maximalen Flughöhe von 40.736 m eine Minimaltemperatur von -51 °C in bereits 12 000 m Höhe, einen minimalen Luftdruck von 1,9 hPa, eine maximale Geschwindigkeit von 129,4 km/h sowie eine minimale Luftfeuchtigkeit von 0,4 % entnehmen. Sämtliche Daten wurden mit den Aufnahmen der Kamera zu einem Film verarbeitet.
Besonders interessant ist der Temperaturverlauf im Außenbereich der Sonde beim Aufsteigen des Ballons, da nicht, wie vielleicht erwartet, die Temperatur mit zunehmender Höhe immer weiter abnimmt. In einem Bereich zwischen 13 000 m und 25 000 m ist die Außentemperatur der Sonde vom Minimum -51°C wieder angestiegen. Die dort befindliche Ozonschicht wandelt die ultraviolette UV-C-Strahlung der Sonne in Wärmestrahlung um und erwärmt die Sonde wieder bis auf -20°C in 25 km Höhe. Insofern wurde auch die Dicke der Ozonschicht während unseres Fluges gemessen. Die Dicke und Zusammensetzung der Ozonschicht ist dabei mit verantwortlich für die Klimaerwärmung durch den Treibhauseffekt. Der durch den Menschen verursachte CO2- Anteil hat daran einen maßgeblichen Anteil.
Außentemperatur der Sonde im Höhenverlauf
Diesen Zusammenhang hat Prof. Klaus Hasselmann bereits in den 1990er Jahren in seinem Klimamodell berücksichtigt, wofür er den diesjährigen Physiknobelpreis zusammen mit Syukuro Manabe und Giorgio Parisi erhält.
Ein großes Dankeschön geht an unsere Sponsoren, den VDI (Verein Deutscher Ingenieure), der unsere Ausstattung gesponsort hat, und den Förderverein des Ratsgymnasiums, der für die Starthilfe der Firma Stratoflights und die Versicherung aufgekommen ist. Mit den gesammelten Erfahrungen des ersten Fluges werden sicherlich weitere Stratosphärenflug-Projekte mit kommenden Kursen folgen.