Ein Ehemaliger berichtet über die Arbeit am Europäischen Gerichtshof

Den Schülerinnen und Schülern so etwas Abstraktes und Entferntes wie die Europäische Union und deren Institutionen und Aufgaben näher zu bringen, ist im Unterricht nicht immer einfach. Eine abwechslungsreiche Ergänzung bildete da der Besuch des ehemaligen Ratsgymnasiasten Joachim Holwe am 04. Mai 2018. Der studierte Jurist, der selbst im Jahr 1983 sein Abitur an der Schule ablegte und in Freiburg. München und Bordeaux studierte, arbeitet heute als Übersetzer am Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg. Klar, dass es kaum einen besseren Experten für diese Institution geben kann. Ganz nebenbei erhielten die Schülerinnen und Schüler so einen guten Einblick in einen möglichen späteren Arbeitsbereich. Holwes Besuch erfolgte im Rahmen des EU-Programms „Back to school“, welches den Mitarbeitern der Institutionen der EU Zeit zur Verfügung stellt, um an ihren ehemaligen Schulen die EU und ihre Arbeit vorzustellen. Mit Frau Wegener-Mürbe und Herrn Graeser stieß er hier sogar noch auf zwei bekannte Lehrer aus seiner eigenen Schulzeit. Beteiligt waren neben zwei Politikklassen der Unter- und Obertertia auch zwei Französischklassen, da Holwe vor allem für französische Übersetzungen juristischer Texte zuständig ist. Mit einer informativen und unterhaltsamen Präsentation erklärte der Ehemalige den Schülern nicht nur den Unterschied zwischen Europäischer Union und Europarat sowie Europäischem Gerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, sondern erläuterte die Tätigkeit des EuGH auch anhand eines Streits über die Markenrechte am Titel des – bei allen Schülerinnen und Schülern bekannten – Kinofilms „Fack ju Göthe“ nebst zugehörigem Urteil. Natürlich wurde auch geklärt, was ein Übersetzer überhaupt so macht und was ihn von einem Dolmetscher unterscheidet. Zum Abschluss gab es dann für die Französischklassen ein Quiz. Holwes Interesse an der französischen Sprache wurde schon zu Schulzeiten am Rats geweckt. Besonders blieb Joachim Holwe der ehemalige Französischlehrer des Leistungskurses Dr. Ewald in Erinnerung, der laut Holwe ein klein wenig den Ruf des Bohemien und Kaffeehausgängers, hatte, womit er einen durchaus sympathischen Teil der französischen Kultur repräsentierte und dadurch gewährleistete, dass das Erlernen der französischen Sprache, die heute eines der wichtigsten Werkzeuge des Übersetzers ist, weiter Spaß machte. „Man kann die Sprachen also definitiv brauchen, um später beruflich  interessante Sachen zu machen – auch wenn die Note nicht immer eine 2 ist“, gab Holwe auch den Schülerinnen und Schülern schmunzelnd mit auf den Weg.

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Michael Karmann, 11.05.18