Das Ratsgymnasium Bielefeld ist Mitarbeitende UNESCO-Projektschule

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Screenshot Organigramm 

Am 24.11.2016 wurde das Ratsgymnasium Bielefeld zur Mitarbeitenden UNESCO-Projektschule ernannt und ist damit Teil eines bundesweit ca. 200 Schulen umfassenden Netzwerks.

UNESCO-Projektschulen sind ein internationales Schulnetzwerk der UNESCO, das sich für eine Kultur des Friedens einsetzt. Dafür werden Schwerpunkte in unterschiedlichen Säulen gesetzt: Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung, interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Global Citizenship, Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter, UNESCO-Welterbeerziehung.

 Was hat das Ratsgymnasium damit zu tun?

-        Globales Lernen - Projekt Benin

-        Interkulturelles Lernen

-        UNESCO-Welterbeerziehung

-        Bildung für nachhaltige Entwicklung

-        Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung

Mit der Auszeichnung als Mitarbeitende UNESCO-Projektschule ergibt sich für das Ratsgymnasium die Chance und Verpflichtung, in den nächsten Jahren diese Säulen zu vertiefen und zu erweitern auf dem Weg zur anerkannten UNESCO-Projektschule  im internationalen Schulnetzwerk von weltweit 10.000 Schulen für eine Kultur des Friedens.

 

Was hat das Ratsgymnasium damit zu tun?

Sehr viel, wie der dreijährige Prozess des Kennenlernens im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen auf Landesebene gezeigt hat: Nicht nur die bisher durchgeführten zwei UNESCO-Projekttage haben dies in aller Deutlichkeit gezeigt: 2014 unter dem Motto „Welterbe Erde - mach dich stark für VIELFALT!“ und zuletzt 2016 mit: „Schau hin! Misch dich ein“ (s. zu den Projekttagen die detaillierte Berichterstattung in den Mitteilungen. September 2016. S. 45-51; sowie auf der Homepage der Schülerzeitung).

Auch darüber hinaus hat die Analyse des Schulprofils und gelebten Schulalltags am Ratsgymnasium allen am Schulleben Beteiligten gezeigt, welch zahlreichen Überschneidungspunkte zu den Schwerpunkten der UNESCO existieren. In diesem Bewusstsein haben alle Schulgremien – Lehrerkonferenz, Schülervertretung, Schulpflegschaft sowie zuletzt die Schulkonferenz – im Laufe des Schuljahres 2015/16 einstimmt beschlossen, den Antrag an die Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen zu stellen, als Mitarbeitende UNESCO-Projektschule ins bundesweite Netzwerk aufgenommen zu werden.

Die feierliche Überreichung der Urkunde am 24.11.2016 hat diesen „Aufstieg“ von der interessierten zur Mitarbeitenden UNESCO-Projektschule besiegelt (vgl. die Beiträge im Westfalenblatt vom 25.11.2016 und in der Schülerzeitung).

In dieses Netzwerk möchte sich das Ratsgymnasium mit folgenden fünf Schwerpunkten einbringen:

Globales lernen – Projekt Beninunesco4

In der Partnerschaft zur Bethléem-Ecole in Tokan (Benin) und der zugehörigen Krankenstation in Womey erweitern die Ratsschüler durch persönliche Kontakte und Brieffreundschaften ihre Perspektive für Probleme und Chancen der „Einen Welt“. Im Sinne des Mottos der lokalen Agenda 21, „Global Denken - lokal handeln“, übernehmen sie alljährlich soziale Verantwortung auf globaler Ebene in der „Aktion Tagwerk“, dem „Weihnachtsbasar“ und der Versendung von Weihnachtspäckchen nach Benin. Begleitend setzen sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Natur und Kultur, Wirtschaft und Bevölkerung auseinander.

Interkulturell – Schüleraustausch

unesco3Austauschprogramme mit unseren Partnerschulen in Abingdon (Großbritannien), Gap (Frankreich) und Nowgorod (Russland) sind fester Bestandteil unseres Schullebens. Leben in den Gastfamilien, gemeinsamer Unterricht und Unternehmungen wie Fahrten nach Oxford, Marseille und St. Petersburg fördern das gegenseitige Kennenlernen. So werden kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten vor Ort erlebt und europäische Freundschaften geschlossen.

Ein neues Terrain interkulturellen Lernens betritt das Ratsgymnasium seit Mai 2016 mit der Einführung einer internationalen Klasse. Mit Spendensammlungen und einem Sponsorenlauf bringt sich die Schülerschaft darüber hinaus aktiv in die Gestaltung des interkulturellen Miteinanders zwischen Bielefeldern und Neuankömmlingen ein.

Zuweilen vermittelt eine neusprachlich-geographische Studienfahrt nach Großbritannien (Q1) wie eng interkulturelles Lernen und UNESCO-Welterbeerziehung verzahnt sind.

UNESCO-Welterbeerziehung
Das UNESCO-Welterbe ist fest im Schulprofil verankert.unesco2

Die Vielfalt des Weltkulturerbes wird ebenso auf erdkundlichen Tagesexkursionen zur Zeche Zollverien (Jgst. 9) erschlossen wie auf den historisch-altsprachlichen Studienfahrten nach Griechenland und Italien (Q1). Dort setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Welterbestätten, etwa in Athen, Olympia und Delphi bzw. in Rom, Florenz und Pompeii auseinander. Eine historische Studienfahrt nach Berlin und Potsdam (Q2) rundet Erlebnis und Reflexion des UNESCO-Weltkulturerbes in der Sekundarstufe II ab.

Die Erkundung des einzigartigen Weltnaturerbes Wattenmeer in der Sekundarstufe I ist eng verbunden mit drei mehrwöchtigen Aufenthalten im Schullandheim auf Langeoog.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

unesco1Der von den Fächern Biologie und Erdkunde angeleitete Projektunterricht im Weltnaturerbe vermittelt den Schülern von der fünften Klasse an eine Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sinne der Vereinten Nationen. In Wattwanderungen, oder Kutterfahrten wird der schützenswerte Naturraum kennengelernt sowie in Ausflügen ins Dorf, Watt und in die Schutzgebiete Raumnutzungskonflikte im Spannungsfeld von Tourismus, lokaler Bevölkerung und Weltnaturerbe bewertet.

In der Q1 führt eine meeresbiologische Studienfahrt die Schülerinnen und Schüler etwa nach Italien oder Kroatien, wo sie die mediterrane Flora und Fauna in Schnorchengängeln erkunden und im Labor untersuchen.

Vor Ort in Bielefeld leiten unterschiedliche Projekte zur Verkehrserziehung im Laufe der gesamten Schulzeit zur nachhaltigen Mobilität an und gegeben einen Hinweise darauf, warum das Ratsgymnasium 2016 als „Gute gesunde Schule“ ausgezeichnet wurde.

Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung

Foto StreitschlichterDemokratie und Menschenrechte sind im menschlichen Miteinander keine Selbstverständlichkeit. Diesen großen historischen Errungenschaften und ihren gegenwärtigen Herausforderungen wird besonders in den Fächern Latein, Griechisch, Geschichte und Politik sowie Religion und Philosophie nachgegangen. Im „Kleinen“ werden sie in Arbeitsgemeinschaften und Projekten wie dem Lions Quest (Jgst. 5-7), den Streitschlichtern (Jgst. 8), Medienscouts (Jgst. 9) und Modell-UN-Konferenzen (Sek. II) auch aktiv umgesetzt. Im Sozialpraktikum begegnen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 hilfsbedürftigen Menschen und übernehmen einmal mehr Verantwortung im Sinne der UNESCO.

Mag 12.2016